Bernhard Meuser schreibt in seinem sehr lesenswerten Buch "Chant - Leben für das Paradies" über die Mönche der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz (und wohl auch über jene des Tochterklosters Stiepel): "Die Regel, die den Tag der Mönche, ja ihre ganze Lebensform strukturiert, scheint überholt. Aber sie ist in Wahrheit selbst für den Besucher, der nur ein paar Tage Klosterluft schnuppern will, so wohltuend wie ein Gehen auf vertrauten Wegen in einem alten Garten. Die Adjektive fliegen einem nur so zu: alt, bewährt, warm, menschenfreundlich, gut, am Ursprung orientiert. Dennoch ist das hier kein stimmig inszeniertes Mittelaltermärchen mit lebendigen Komparsen in schwarz-weißen Gewändern. Die vermeintliche Idylle ist um einen hohen Preis erkauft. Man springt nicht eben einmal in eine Kutte. Denn ein solcher Sprung kostet das Leben. Stunde reiht sich an Stunde, die die Mönche im Chor verbringen. An Tagen fröhlicher Gottesgewissheit genauso wie an solchen völliger Nacht und Gottverlassenheit. Die Alten verglichen das Mönchtum mit einem Kampf auf Leben und Tod. Das Kloster ist der Kampfplatz. ... Es hat sich auch herumgesprochen: Die Klöster, die sich mit Eifer und einer gewissen Strenge an die 1500 Jahre alte Regel des heiligen Benedikt hielten, gibt es heute noch. Über diejenigen, die sie mit augenzwinkernder Laschheit befolgten, ging der Treibsand der Geschichte hinweg." Auf den folgenden Seiten können Sie sich ein wenig informieren über die Enstehungsgeschichte des Klosters Stiepel, des Zisterzienserordens und über viele andere Dinge. Viel Freude dabei!
