Stiepeler - Kloster - Nachrichten Nr. 11+12—November/Dezember 06 Zisterzienserkloster Stiepel Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Doppelnummer FreieSpende Heiligenkreuzer Altarkreuz im Blick In dieser Ausgabe: Kloster im Blick 3 Kirche und Welt 13 Oase des Glaubens 14 Kloster-Pfarrei St. Marien 17 Pressespiegel 19 Mosaik 22 Termin-Tafel 24 Unser Herr Abt Gregor bei der Monatswallfahrt in Stiepel am 11. Oktober 2006 vor der Plane aus Heiligenkreuz mit der Abbildung des dortigen Altarkreuzes. Ein monumentales Zeichen, das während der Umbauphase unseren Kirchenraum prägt. Seite 2 Wort des Herausgebers Stiepeler - Kloster - Nachrichten Ein Jahresthema leuchtet auf ! Im interreligiösen Dialog wird es Christen manchmal schon ein wenig mulmig zumute, wenn sie Rede und Antwort geben sollen, wie ihr Glaube konkret beschaffen sei und wodurch er sich unterscheide von anderen Glaubensüberzeugungen. Unsere Gesellschaft ist multikulturell geworden. Um überhaupt ernst genommen zu werden, ist es wichtig, das eigene Glaubenswissen zu kennen bzw. zu vertiefen. Natürlich ist Glaube nicht einfach nur wissen, sondern letztlich Antwort des Lebens auf den Anspruch Gottes an uns. Das Kirchenjahr hilft uns alljährlich die Feste mit Inhalt zu füllen, damit nicht zu Weihnachten nur noch der Weihnachtsmann und zu Ostern der Osterhase als Symbole des Flachsinns übrig bleiben. So haben wir im zu Ende gehenden Jahr 2006 auf die Menschwerdung Gottes aus Maria, der Jungfrau, hingewiesen: „Maria im Geheimnis der Menschwerdung“ - so lautete unser Jahresthema. Im nächsten Jahr werden wir „Maria im Geheimnis der Erlösung“ betrachten, ein Inhalt, der letztlich bei jeder Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter bestimmend ist. Im Jubiläumsjahr 2008, dem „Stiepeler Millennium“, schließlich richtet sich unser Blick auf die Vollendung: „Maria, im Geheimnis der Verherrlichung“. Sie ist für uns, die wir noch zu diesem ewigen Ziel, zur Wohnung im Haus des Vaters, unterwegs sind, ein Zeichen des Trostes und der Hoffnung. Für viele Zisterzienser ist vielleicht deshalb der Tag der Aufnahme Mariens in den Himmel der Tag der Profess, die immer unter der Rücksicht „usque ad mortem“, bis zum Tod abgelegt werden soll. Wir feiern Advent und Weihnachten und fragen uns, was das alles bedeutet: Maria im Geheimnis der Menschwerdung. Regelmäßig erscheinen in dieser Jahreszeit merkwürdige, pseudowissenschaftliche Artikel in Magazinen, die nicht selten die Jungfrauschaft Mariens lächerlich machen, sie mit ihrer Unbefleckten Empfängnis verwechseln, oder die Jesus einmal wieder als gewöhnlichen Menschen darstellen wollen. Vielleicht haben wir uns auch schon daran gewöhnt, dass unsere so genannte aufgeklärte Gesellschaft keine Ehrfurcht mehr hat vor Glaubensgeheimnissen - wenigstens solange es sich um christliche Inhalte handelt und nicht um jüdische oder muslimische. Aber Ehrfurchtslosigkeit und Respektlosigkeit waren noch nie ein Zeichen von Intelligenz, sondern eher von Banausentum. Fragen wir uns noch einmal: Wie können wir an das Geheimnis der Menschwerdung Gottes herangehen? Ich glaube, dass uns in diesem Jahr die drei Weisen zu Hilfe kommen, die gleich zwei - bzw. dreimal in unserer Kirche zu entdecken sind: Natürlich gehören sie zu unserer schönen Weihnachtskrippe und werden dann zu Dreikönig aufgestellt. Aber durch die Baustelle bedingt, stehen sie in diesen Wochen ganz im Zentrum: Sie sind die Zierde des Holzaltares (aus der Krypta), der vor ca. 25 Jahren von einem Stiepeler Schreiner angefertigt wurde. Wir finden Sie auch im Bethlehemfenster (unser diesjähriges Logo). Auf dem Rand der Altartischplatte lesen wir die Worte: Sie fielen nieder und huldigten ihm und brachten ihre Gaben. Wir sind erinnert an das Motto des Weltjugendtages in Köln: „Wir sind gekommen, um IHN anzubeten!“ Das ist tatsächlich das unterscheidend christliche: Jesus Christus, geboren zu Bethlehem aus Maria, der Jungfrau, ist wirklich Sohn Gottes: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott. Papst Benedikt XVI. hatte damals den über 1.000.000 Jugendlichen auch keinen Softglauben angeboten, sondern er hat sie mit dem Glauben der Kirche herausgefordert, wenn er sagte: „‘Sie (die drei Weisen) gingen in das Haus und sahen Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und beteten es an.‘ (Mt 2,11). Liebe Freunde - das ist nicht eine weit entfernte, lang vergangene Geschichte. Das ist Gegenwart. Hier in der heiligen Hostie ist ER vor uns und unter uns. Wie damals verhüllt er sich geheimnisvoll in heiligem Schweigen, und wie damals offenbart er gerade so Gottes wahres Gesicht. Er ist für uns Weizenkorn geworden, das in die Erde fällt und stirbt bis zum Ende der Zeiten (vgl. Joh 12,24). Er ist da wie damals in Bethlehem. Er lädt uns ein zu der inneren Wanderschaft, die Anbetung heißt. Machen wir uns jetzt auf diesen inneren Weg, und bitten wir ihn, dass er uns führe.“ Ein Wunsch des Papstes, der uns neu aufleuchten lässt, was es heißt im Licht der Menschwerdung Gottes zu gehen und wie Maria und die drei Weisen Gott im Kind von Bethlehem anzubeten. Ihr P. Maximilian Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Kloster im Blick Seite 3 P. Maximilian Heim O.Cist. Chorgestühl findet neue Verwendung im evangelischen Zisterzienserkloster Amelungsborn Als die Frage anstand, was machen wir in Stiepel mit unserem bisherigen Chorgestühl, kamen uns verschiedene Ideen. Während mir die Gedanken so durch den Kopf gingen, dachte ich plötzlich an die evangelischen Zisterziensererben, die immer zu unserem Generalkapitel in Rom eingeladen werden. Der Gedanke ließ mich nicht los. Und wie es so sein sollte, stand überraschend wenige Tage später Prof. Dr. Richard Toellner, der langjährige Senior der Gemeinschaft von Amelungsborn vor der Tür unseres Klosters. Ich lud ihn ein, mit uns das Chorgebet zu halten. Nach dem Gebet fragte ich ihn, ob sie für ihre Gemeinschaft unser bisheriges Chorgestühl gebrauchen könnten. Er war von diesem Gedanken begeistert. Nach Rücksprache mit seinem Abt, dem Landessuperintendent für den Sprengel Hildesheim Eckard Gorka, Beim Verladen des Chorgestühls Kloster Amelungsborn konnte die Idee Wirklichkeit werden. Am 12. Oktober wurde unser Chorgestühl mit dem Transporter nach Amelungsborn in Niedersachsen gebracht. Manche fragten uns: Gibt es so etwas - ein evangelisches Zisterzienserkloster? Ja! In der Homepage von Kloster Amelungsborn heißt es: „Die hannoversche Landeskirche hat für die Antwort auf diese herausfordernde Frage eine wichtige Hilfestellung erhalten, indem die Landesherren der Reformationszeit den Vorschlägen Martin Luthers und Philipp Melanchthons gefolgt sind und die damals vorhandenen Klöster in Schulen oder Damenstifte umgewandelt haben. Amelungsborn wurde so 1569 eine klösterliche Schule zur Ausbildung künftiger Theologen im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel. Die herausfordernde Frage stellte sich erneut, als nach dem 2. Weltkrieg die schwer zerstörte Klosterkirche wieder aufgebaut werden musste, und die Entscheidung gegen einen auch diskutierten Abriss fiel. Und sie traf auf Zukunftsvorstellungen des geistlichen Vizepräsidenten des Landeskirchenamtes, Prof. Dr. Christhard Mahrenholz, der eine Neubelebung des Klosters anstrebte. Nicht aus "Altertümelei", sondern um eine seiner Ansicht nach zu Unrecht in Vergessenheit geratene legitime Lebens- und Arbeitsstruktur der lutherischen Kirche für neue und zukunftsweisende kirchliche Aufgaben wieder zu entdecken. Der Kirchensenat der ev.-luth. Landeskirche Hannovers übertrug Christhard Mahrenholz 1960 die Prälatur des Klosters Amelungsborn. Abt Mahrenholz stellte sich dieser Aufgabe - gegen nicht wenige Widerstände seiner Zeit. Das heißt, der Abt und die Mitglieder des Konventes und der Familiaritas sind keine Mönche, sondern Brüder in Christus, die an ihren jeweiligen Wohnorten ihrer täglichen Arbeit nachgehen, für ihre Familien sorgen … eben ihr Leben in der Welt verantwortlich gestalten. Die Mitglieder des Konventes tun dies in ihren Berufen als Pastoren, Superintendenten, Landessuperintendent oder Mitarbeiter im Landeskirchenamt; die Familiaren in den ihren als Ärzte, Lehrer, Juristen, Polizeibeamte, Hochschullehrer, Forstbeamte, Banker, Steuerberater, Krankenhausmanager, Unternehmer und anderen. Und zu ihrer verantwortlichen Lebensgestaltung gehört für sie eben auch, dass sie sich bis zu elfmal im Jahr für ein langes Wochenende im Terminabsprache für einen Besuch: P. Maximilian mit dem Senior des Klosters Amelungsborn, Prof. Dr. Richard Toellner Seite 4 Kloster im Blick Stiepeler - Kloster - Nachrichten Gemeinsam voran: Der Transport des Chorgestühls – eine ökumenische Geste, die Verbundenheit bezeugt. Kloster zusammenfinden. Dabei wird dies keineswegs als Last empfunden. Vielmehr wird die Zeit im Kloster als großer persönlicher und geistlicher Gewinn gewertet. Die Gemeinschaft der Brüder untereinander, die gemeinsame geistige Arbeit an biblischen Texten ebenso wie an den Fragen unserer Gegenwart, die Zeit der Stille, ganz besonders aber die Tagzeitengebete sind von einer großen, die Persönlichkeit des Einzelnen nachhaltig bestimmenden Kraft.“ Soweit das Selbstverständnis von Amelungsborn. P. Maximilian u. P. Jakobus Baustellenbericht Der Kran könnte die Meinung aufkommen lassen, hier wird angebaut. Aber weit gefehlt. Er ist dazu da, die schweren Lasten: Stahlträger, Steine und Schutt wie auch Beton zu transportieren. Es war faszinierend zu sehen, wie er aufgestellt wurde, er kam durch unser Glockentor wie das sprichwörtliche Kamel durch das Nadelöhr. Pater Subprior Jakobus ist täglich an der Baustelle und beobachtet mit fachmännischem Blick den Baufortschritt. Als „Laie“ kann man sich gar nicht vorstellen, wie tief ein Fundament ausgehoben werden muss, damit die darüber liegenden Lasten abgefangen werden können. Der „Blick nach oben“ durch das kleine Dächchen (hinter der Madonna— frühere Gnadenkapelle) war auch ganz eindrucksvoll (siehe nebenstehendes Bild. In den nächsten Wochen werden die Fundamente gegossen, die Stahlkonstruktionen eingebracht, die tragenden Wände (90cm dick) nach und nach durchbrochen, bis schließlich der gotische Spitzbogen zum Vorschein kommt. In der Zwischenzeit ist Frater Raphael am Werk und plant das Chorge stühl mit seinen 24 Plätzen. Was Der Blick nach oben von der Baustelle durch das kleine Dach zum Himmel Tiefe Fundamente müssen gelegt werden, um die tragende Mauer abzufangen. Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Kloster im Blick Seite 5 dabei zu berücksichtigen ist, das weiß er als Handwerker und Künstler, der täglich mehr als 3 Stunden im Chor steht, am besten. Bald wird er wieder in Stiepel sein und zusammen mit unserem Architekten die Feinabstimmung vornehmen. Der Kran kommt und die Mitbrüder wie P. Maximilian sind fasziniert Dank Ganz herzlich möchte ich mich für die vielen Glück- und Segenswünsche, wie für die Geschenke anlässlich meines 40. Geburtstages bedanken. Durch Ihre vielen Geldgeschenke konnten wir der St. Josef School in Kurnool (Indien) ein wenig mit unter die Arme greifen, sowie auch einen Baustein zum Umbau unseres Chorraumes hinzufügen. Ihr P. Jakobus Ora et Labora Unser Spendenkonto bei der Bank im Bistum Essen Konto-Nr.: 477 100 30 BLZ: 360 602 95 Stichwort: Chorumbau Seite 6 Kloster im Blick Stiepeler - Kloster - Nachrichten P. Lukas Rüdiger (Text) und P. Ansgar Schepers (Archivalien) Durch Raum und Zeit … Der Einrichtungswandel des Chorraums der Wallfahrtskirche von 1914 bis zur Gegenwart Erster Marienaltar 1920 1920 seinen Platz in der neu errichteten Wallfahrtskirche gefunden hatte (und für die Kriegsjahre kurzzeitig dann wieder „ausgelagert“ worden war), befindet sich zu diesem Zeitpunkt auf der linken Seite des Chorraumes, jedoch noch nicht in der Nische, wo sie die kommenden Jahrzehnte ihre Aufstellung finden sollte. Bemerkenswert ist auch die dezente, schmuckvolle Ausmalung des Innenraums der Kirche und der Apsis, die vor allem die Gewölbelinien und – fluchten betont. Auffällig ist die rei- Seit einigen Wochen laufen die Arbeiten zur Umgestaltung des Chorraums in unserer Kloster- und Wallfahrtskirche. Längst haben sich die Mönche und auch die Gottesdienstbesucher an die notwendigen Provisorien gewöhnt. Presslufthammer, Staub, Schmutz und das enge Zusammenrücken in der Bernardikapelle sind alltäglich geworden. Alltag in einer nicht alltäglichen Situation, denn die Umgestaltung ist ein großer und bedeutsamer Schritt sowohl für die Mönche, deren erste und vornehmliche Pflicht das feierliche Chorgebet in der Kirche ist; als auch natürlich für die Gemeinde, der sich, nach Beendigung der Arbeiten, ein neues Bild des Chorraumes bieten wird. Da liegt es nahe, einen Blick in die Geschichte unserer Kloster-, Wallfahrts- und Pfarrkirche zu werfen. Wie sah es damals im Bereich des Chorraums aus und welche Veränderungen wurden im Laufe von gut 90 Jahren vollzogen? Aus alten Fotografien, die uns u. a. von Herrn Georg Engel zur Verfügung gestellt wurden, Zeitungsberichten und Chroniknotizen konnten P. Ansgar und P. Lukas unter der tatkräftigen Mitarbeit von Herrn Peter Dücomy, seines Zeichens Archivar der Pfarrgemeinde St. Marien, skizzenhaft verschiedene Phasen der Chorraumgestaltung zuordnen und feststellen; Veränderungen, die primär den Chorraum und den Gnadenaltar im Blick haben. Auffällig dabei ist, dass die ersten 50 Jahre von einer gewissen „gestalterischen Unruhe“ geprägt waren. Vier von insgesamt fünf vollzogenen Chorraumeinrichtungen fanden bis zum Jahr 1967 statt. Doch der Reihe nach: Die Grundsteinlegung zum Bau einer neuen Kirche für die durch die Industrialisierung neu zugezogenen Katholiken in Stiepel war am 10. Mai 1914. Dies ist beurkundet und im Pfarrarchiv festgehalten. Dort heißt es: „Im Jahr 1914 nach Christi Geburt, am 10. des Monats Mai, unter dem Pontifikat Sr. Heiligkeit Pius X., unter der Regierung Wilhelm II., Deutschen Kaisers und Königs von Preußen, haben wir diesen Grundstein feierlich geweiht zu Ehren der allerseligsten Jungfrau unter dem Titel Maria Himmelfahrt“. Die erste Kircheneinrichtung bzw. Chorraumgestaltung kam (natürlich) mit der Vollendung des Baus am 14. November 1915. Die Fotografie von 1920 bezeugt eine klassisch neugotische Einrichtung mit zwei Apsisfenstern im Chor und einem neugotischen Hochaltar am Ostabschluss. Der Marienaltar mit dem Gnadenbild, das seit Fronleichnam des Jahres Chorraum und Kirche ab 1920 Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Kloster im Blick Seite 7 Kirchenraum mit neu gestalteter Apsis 1936 che Ausstattung der Kirche mit Heiligenfiguren( Hl. Josef, Hl. Bonifatius etc.) und die kunstvoll gestaltete Kommunionbank, die sich direkt am Gradus zur Apsis befindet. Mit einem großen Zeitungsartikel in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) vom 31. August des Jahres 1936 wird bereits die Vollendung der zweiten Chorraumgestaltung verkündet, die wohl recht spektakulär gewesen sein muss; wurden doch eigens die Apsisfenster zugemauert und mit Bemalung versehen! In dem Artikel „Der neue Hochaltar in Stiepel – in der Wallfahrtskirche“ heißt es: „Die Stiepeler Wallfahrtskirche ist um ein schönes Schmuckstück reicher geworden. Was seit Jahren gewünscht wurde, hat sich jetzt verwirklichen lassen: der neue Hochaltar steht. Man kann sagen, daß der Erbauer, Kunstgewerbler Willy Winkelmann (…) sein Bestes geben hat. Die Stiepeler Wallfahrtskirche hat diesem Künstler viel zu verdanken. Von ihm stammen der Freialtar und der Gnadenaltar. (…) Der Hinweis, dass der Erzbischof Dr. Kaspar Klein von Paderborn sich über die bisherigen Verschönerungsarbeiten (…) sehr lobend ausgesprochen hat, mag genügen.“ Nach nur 16 Jahren seit Vollendung und Vervollständigung der ersten Einrichtung bekommt die Wallfahrtskirche mit diesem Hochaltar ein neues, künstlerisch- modernes Gesicht. So heißt es weiter: „Aus jeder Linie spricht die neue kirchliche Kunst. Die einfachen, schlichten Formen, mit viel Liebe, Sorgfalt und Verständnis bis in die kleinsten Einzelheiten durchgeführt und auf den sakralen Opfergedanken hingeord- Vervollständigung der Kirchenfenster 1954 Seite 8 Kloster im Blick Stiepeler - Kloster - Nachrichten net, verraten den Künstler, der aus der Ideenwelt der christlichen Urkirche schöpft.“ Zu diesem Zeitpunkt lässt sich also eine übereinstimmende Gnadenbildaltar 1953-1963 künstlerische Linie feststellen: alle bedeutsamen Altäre sind von einem Künstler „aus einem Guss“ angefertigt, wobei der Frei- und Gnadenaltar aus dem Jahre 1930 stammen und der Hauptaltar sechs Jahre später den krönenden Abschluss bildet. Auffällig ist das dominierende, große Kreuz über dem Hochaltar: „Zentrum und Kulminationspunkt der Opferidee ist die in Kupfer getriebene, hochaufgereckte, gekrönte Christusgestalt, die, über der Weltkugel schwebend, mit weit ausgebreiteten Armen vor dem Kreuze steht“. Ein Blick in die Pfarrchronik belegt als nächsten gestalterisch relevanten Schritt das Einsetzen der letzten sechs Kirchenfenster, darunter die beiden Apsisfenster, im Jahre 1954. Mit dieser Maßnahme wurden nicht nur die Apsismalereien und die Auskleidung mit einem samtenen blauem Wandvorhang entfernt, sondern auch die letzten Kriegsschäden von 1943 endgültig beseitigt. Die Pfarrchronik weiß darüber zu berichten: „Die letzten 6 Fenster wurden eingesetzt und somit die Hauptreihe vollendet. Folgende Motive und Gestalten wurden in den Fenstern in herrlichen Farbtönen des Antik- Glases dargestellt: Im Chor: Maria unter dem Kreuze. Maria hält den toten Christus in ihren Armen. Div. Darstellungen wurden als Verbindungen zum Opfertisch im Chorraum gewählt. Sollte einmal mit Errichtung einer neuen Kirche das Gnadenbild auf den Hochaltar gestellt werden, wäre die Trilogie vollkommen: 1. Maria unter dem Kreuze, 2. Christus in den Armen der Mutter, 3. Christus auf dem Schoße der Mutter.“ In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, das Augenmerk kurzweilig auf die Aufstellung des Gnadenaltars zu lenken: Von 1920 bis heute sind 6 verschiedene Aufstellungen des Gnadenbildes nachweisbar. Barbara Wührl-Vitt schreibt dazu in der Festschrift zum 75 Jahr- Jubiläum: „Hatte man die Skulptur zunächst zeitlich nacheinander in zwei neugotischen Holzaltärchen an der Wand hinter der heutigen Mariensäule untergebracht, so fand sie ab Mai 1930 in einer durch den Vikar Johannes Plitt eingerichteten Marienkapelle im nordöstlichen Teil der Kirche eine würdige Plazierung. (…) [Pfarrer Josef Busche] ließ Ausschnitt Kircheninneres 1964 (…) 1953 das Gnadenbild aus der Kapelle wieder in den Kirchenraum zurückstellen, wo es besser gesehen werden konnte. Es gelangte an seinen ursprünglichen Platz, der wegen der jetzt vorhandenen Spitzbogenöffnung eine neue Gestalt erhalten mußte. Die Wandöffnung wurde in ihrem unteren Teil mit einem Altar, in ihrem oberen Teil mittels eines Vorhangs geschlossen, der den Hintergrund abgab für einen neuen Altaraufbau. Dieser Aufbau bestand aus einer Kombination von Tabernakel und Baldachin. Unter dem Baldachin fand die Pietà ihren neuen Platz.“ Anlässlich des 50 Jahr- Jubiläums im Jahre 1964 wurde die Kirche erneut hergerichtet und ausgemalt (Dritte Kirchen- und Chorraumeinrichtung). Ein Zeitungsartikel vom 26. März Bild aus Zeitungsartikel 1964 1963 mit dem Titel „Wallfahrtskirche gewinnt weitere Bedeutung- Erste größere Renovierung- 1964 besteht das Gotteshaus 50 Jahre“ informiert darüber, dass „nun die Wände hell gestrichen werden. Der Chorraum ist schon vollendet. Teils wurden die Arbeiten von einem fahrbaren Gerüst aus ausgeführt.“ Eine Abbildung des Kircheninneren zeigt den bereits fertigen Chorraum, der weiß ausgemalt und schlicht gehalten ist. Seit dieser Zeit findet sich auch nicht mehr das wuchtige Hochaltarkreuz, das seit 1936 den Chorraum dominiert hatte. Auffällig ist auch, dass die Kanzel zu diesem Zeitpunkt aus dem Chorraum auf die südöstliche Seite, zum Bonifatiusaltar hin, „gewandert“ ist. Auch hier ist eine Vereinfachung festzustellen, wurde doch der Kanzelbaldachin entfernt. Die Kommunionbänke sind bis zur großen Renovierung und Umgestaltung von 1967 ein fester Bestandteil des Chorraums. Das 50 jährige Jubiläum fiel in die Endphase des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65), welches besonders Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Kloster im Blick Seite 9 Kircheninneres um 1967/1968 pastorale Anliegen im Blick hatte und infolgedessen auch für zahlreiche liturgische Änderungen sorgte. So verwundert es nicht, dass die nächste Änderung des Kircheninneren (also bereits die vierte Kirchen- und Chorraumgestaltung) relativ rasch nach den Arbeiten von 1963/64 erfolgte. Die Pfarrchronik aus dem Jahr 1967 weiß darüber zu berichten: „Der Altar steht nun nicht mehr an der Stirnwand, sondern näher zum Kirchenraum. Der Priester kann so zur Gemeinde hin zelebrieren und der Altar wird eher bewusst als Zentralpunkt der Kirche. (…) Der Tabernakel steht auf einer eigenen Stele an der Chorwand der Kirche, dem früheren Platz des Altares, drei Stufen erhöht über die jetzige Altarhöhe. (…) Der ganze Altarraum wurde etwas angehoben und neu plattiert. Er steht damit drei Stufen über dem Kirchenraum: nur so hoch wie eben nötig um sichtbar zu sein. Die schon geplante Kommunionbank wurde weggelassen. (…) Die künstlerische und technische Ausführung (…) hatte der Bildhauer Morkramer. (…) Als Material für Altar, Tabernakelstele und Plattierung wurde Westerwälder Trachit gewählt. Für Kreuz, Ambo, Tabernakel und Leuchter verwandten wir Bronze.“ Abbildungen aus dieser Zeit verdeutlichen sehr eindrucksvoll wie hell und freundlich die Kirche nach der Renovierung durch die schlichte weiße Farbgebung, lediglich dezent durch die Gewölbelinien konturiert, gewirkt haben muss. Die Chronik ergänzt 1967: „Erwähnt werden soll in diesem Zusammenhang auch die seit einiger Zeit erfolgte Änderung am Bonifatiusaltar der Eichsfelder (Stiftung von früher). Die Barbara- Figur (Gusseisen) wurde auf dem Kirchplatz am früheren Brunnen aufgestellt. Auf den Altar stellten wir wieder die Bonifatiusfigur, jedoch ohne den Holzaufbau, sondern vor einem neuen Wandbehang (…). Eine neue Bonifatius-Figur wurde von den Eichsfeldern für einen späteren Zeitpunkt angestrebt…“ Schon stand das 60 Jahr-Jubiläum vor der Tür, das 1974 begangen wurde. In der Chronik heißt es: „Im Januar 1973 wurde die Renovierung der Kirche im Kirchenvorstand beschlossen“, die am 11. Februar 1974 ihren Anfang nahm, dann aber kurzzeitig unterbrochen werden musste. Die Chronik berichtet: „Die Renovierungsarbeiten in der Kirche wurden wieder aufgenommen, nachdem über einen Monat nichts getan wurde, weil die Marmorplatten wegen eines Streiks in Portugal nicht geliefert wurden.“ Ab Mitte September 1974 konnte der Gottesdienstraum wieder genutzt werden: „Der Anstrich war das letzte Mal vor 16 Jahren erneuert worden. Kerzenruß bedeckte große Flächen vor allem in der Gegend des Gnadenaltars, Nässeflecken die gesamte Rückwand. Voraussetzung für die nun beginnende Renovierung war die noch von Pfarrer Busche durchgeführte Neubedachung der Kirche, es regnete nicht mehr durch.“ Teil der Renovierung war auch das Errichten der Stele für das Gnadenbild. Vom 6. bis zum 13. Oktober fand dann die Festwoche „Kontakte74“ statt; Das 60-jährige Bestehen der Wallfahrtskirche und die Weihe des Altares durch Weihbischof Wolfgang Große wurden allerdings wegen der verzögerten Renovierungsarbeiten erst am 22. Dezember 1974 gefeiert. In der Chronik heißt es: „Da die Kirche ganz ausgeräumt worden war und Altar, Ambo u. Tabernakel schon vor Jahren renoviert worden waren (1967), der Altar aber nicht geweiht worden war, so sollte nun die 60 Jahrfeier glücklich verbunden werden mit der Weihe des Altares. Der Altar wurde geweiht am 22. 12. 74, dem vierten Adventsonntag während eines lat. Choralamtes um 10.15 durch unseren Weihbischof Herrn Wolfgang Große.“ Zwei weitere Ereignisse, die gut 4 Jahre auseinander liegen, können als weitere Veränderung des Chorraumes und der Einrichtung der gesamten Kirche zusammengefasst werden: Die neue Farbgebung der Wallfahrtskirche im Jahr 1985 durch Egon Stratmann und das Ankommen der Zisterzienser und der damit einhergehenden Veränderung des Chorraums durch das Aufstellen eines Chorgestühls. Stratmann selbst schreibt über die Gestaltung des Chorraums: „Im Chor wechselt die Farbe: warmes Gelb, goldtonig-ockrig bis zu hellem Gelbweiß zieht sich im gleichen Formenspiel wie im Hauptraum über das Gewölbe. (…) Das Gelb mit seiner Symbolnähe zum Gold verweist auf den Ort der Seite 10 Kloster im Blick Stiepeler - Kloster - Nachrichten Stele mit Gnadenbild und neuer Bonifatiusstatue der Eichsfelder seit 1974 Opferhandlung, die Anwesenheit Christi in der Eucharistie.“ Die farbliche Ausmalung der Wallfahrtskirche hatte natürlich einen den Kirchenraum stark verändernden Einfluss, der immer wieder kritisch hinterfragt wurde. Beim jetzigen Abbau des Chorgestühls fanden die Mönche eine Tafel vor, die auf der linken Rückseite montiert war. Dort war u. a. zu lesen: „12- teiliges Chorgestühl – Zisterzienser kloster Bochum- Stiepel. Hergestellt in den Möbelwerkstätten Weber Witten- Herbe- de. Teamleiter: Werner Finkensiep, Entwurf: Gerhard Weber, Dipl.-Ing. Anno Domini 1989.“ Als das Chorgestühl nach 17 Jahren das erste Mal wieder von der Apsiswand gerückt wurde (die über die Jahre hinweg grau und schmutzig geworden war), blitze so etwas wie Nostalgie und vielleicht auch Wehmut in den Augen einiger „alt gedien- Kircheninneres 1985 ter“ Mitbrüder auf; schienen sie doch zu spüren, das mit diesem Umbau ein erstes, großes Stück der jungen Geschichte des Klosters hier und jetzt seine Vollendung findet, denn „Raum und Zeit“ sind stets in Bewegung. Die dargestellten Chorraum— Veränderungen stellen nur einen ungefähren Verlauf der Entwicklungen dar, die in jeder Pfarrkirche mehr oder weniger intensiv vorkommen. Zu jeder Zeit gab und gibt es Bestrebungen, den Gottesdienstraum den Erfordernissen der Zeit oder auch dem ästhetischen Empfinden der Entscheidungsträger und der Gemeinde anzupassen und Rechnung zu tragen. Da ist Stiepel keine Ausnahme, sondern vielmehr ein Paradebeispiel, geschieht doch Pflege und Gestaltung der Kirche zur höheren Ehre Gottes. „Alle guten Dinge sind drei“, pflegt man zu sagen. Was die sechste, aktuelle (und wohl auch letzte, grundlegende) Umgestaltung des Chorraumes angeht, müsste es dann lauten: Alle guten Dinge sind 2 x 3! Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Kloster im Blick Seite 11 Frater Florian Winkelhofer Das Chaos in der Klosterküche An einem sonnigen Adventsonntag - wir Mönche feierten gerade unser sonntägliches Konventamt - bekamen wir die Nachricht, dass es unserer Köchin nicht gut ginge und sie deshalb nach Hause müsste. Etwas beunruhigt feierten wir die Hl. Messe zu Ende, denn auch P. Ansgar, unser Koch, war gerade nicht im Haus. In der Sakristei tagte dann der „Krisenstab“. P. Jakobus meinte, wir haben das Haus voller Gäste und keine Köchin, dann müssen wir eben Pizza für alle bestellen. Ich entgegnete, das Fleisch ist schon aufgetaut. Wenn das nicht verarbeitet wird, verdirbt es. „Wer soll da kochen?“ fragte P. Jakobus, ist ja keiner im Haus der kochen kann. Darauf erwiderte ich: „Also gut, dann versuche ich es.“ Gesagt, getan, ich machte mich auf den Weg in die Küche, band mir eine Schürze um, und los ging es. Als ich die großen Mengen an Fleisch und Kartoffeln sah, überkam mich für kurze Zeit eine riesen Panik, und ich dachte bei mir, auf was hast du dich da eingelassen!! Als ich mich wieder gefasst hatte, dachte ich bei mir, was mache ich aus dem großen Fleischstück, das vor mir auf den Küchentisch lag? Es musste etwas sein, was leicht und schnell zum Zubereiten war, da ich nur zwei Stunden Zeit hatte. Nach kurzem Nachdenken entschied ich, heute wird Gulasch gekocht. Ich griff zum Telefonhörer, rief meine Mutter in Österreich an. Ich sagte: „Mutti, sag‘ mir in Windeseile: Wie bereitet man Gulasch?“ Meine Mutter wollte genau wissen, wieso und warum ich jetzt unbedingt das Gulaschrezept brauche. Ich antworte ihr, frag nicht so viel, sondern fang zum Erzählen an. Nach erhaltener Auskunft, begann das große Kochen. Mittlerweile waren auch P. Jakobus und Frau van Look, die bei uns am Wochenende an der Klosterpforte aushilft, in der Küche angelangt. Ich sagte zu den beiden: „Bitte, schneidet mir das Fleisch!“ Ich begann in der Zwischenzeit Unmengen von Zwiebeln zu schälen und würfelförmig zu MitVorsichtzugeniessen! schneiden. Nebenher kochte ich Milch für den Pudding, den es als Nachspeise geben sollte. Meine beiden Helfer waren sehr fleißig und hatten das ganze Fleisch klein geschnitten. Jetzt kam das Fleisch zu den gerösteten Zwiebel und ich konnte mit dem Würzen beginnen. Meine Mutter schickte mir vor einiger Zeit Paprikapulver aus Ungarn, das sehr scharf ist. Ich erwischte etwas zuviel und das Gulasch wurde sehr scharf. Ich ließ unsere Klosterpförtnerin kos ten, diese bekam einen roten Kopf und sagte: „Frater Florian, das Gulasch ist sehr gut, nur so scharf, dass man es nicht essen kann.“ Jetzt bekam ich die Krise, mir schlotterten die Knie und ich war fix und fertig! Was soll ich jetzt tun? Ich überlegte kurz und dachte nach, was meine Mutter in solchen Fällen immer gemacht hat, wenn eine Speise zu scharf gewürzt war. Nach kurzem überlegen kam mir der Gedanke, meine Mutter verwendete immer saure Sahne mit Mehl gemischt und rührte das unter die Speise. Ich machte es ebenso und ließ wieder Frau van Look kosten. Diese meinte, es ist schon besser, aber immer noch zu scharf. So mischte ich nochmals saure Sahne und Mehl unter mein Gulasch und diesmal meinte Frau van Look: „Frater Florian, jetzt schmeckt das Gulasch köstlich!“ Ich war erleichtert und glücklich. In der Zeit, da ich mit der „Entschärfung“ des Gulasch beschäftigt war, spülten Frau van Look und P. Jakobus Unmengen an Tassen, Tellern und Gläser noch vom Frühstück. Jetzt mussten in Windeseile die Kartoffeln und die Nudeln gekocht werden, der Pudding musste in Schälchen gefüllt werden und die Tomatensuppe auch noch gewärmt werden. Ich kochte die Nudeln, seihte sie ab, kostete ein paar und fand die Nudeln schmeckten zu lind, die vertragen noch etwas Salz. So holte ich das Salzfass und wollte die Nudeln salzen. Plötzlich stolperte ich und das ganze Salzfass landete in den Nudeln. Natürlich waren die Nudeln jetzt versalzen, was soll ich in meiner großen Not tun? Da rief ich wieder Frau van Look und erzählte ihr mein Mischgeschick. Sie meinte: „Frater Florian das ist kein Problem, die Nudeln einfach mit heißem Wasser übergießen, dann ist das Salz weg!“ Seite 12 Kloster im Blick Stiepeler - Kloster - Nachrichten Unsere gute Frau van Look zusammen mit P. Subprior beim Abtrocknen wieder zu in das Gästespeisezimmer. Ich wollte gerade eine kurze Verschnaufpause machen, als der Gast von vorhin schon wieder mit zwei leeren Schüsseln vor mir in der Küche stand und höflich fragte, ob es noch etwas zum Nachholen gäbe. Ich erwiderte: „Ja, ich habe noch etwas in meinen Töpfen.“ Und der Gast verließ zum zweiten Mal mit vollen Schüsseln die Küche. Ich dachte: Jetzt hast du es geschafft - und atmete kurz durch, da stand der freundliche Gast zum dritten Mal mit zwei leeren Schüsseln in der Hand vor mir und fragte ganz zaghaft, ob er noch einen Nachschlag haben könnte. Ich gab ihm zur Antwort: „Ja, Sie können noch etwas haben.“ Und abermals verließ der Gast mit zwei vollen Schüsseln die Küche. Die Tomatensuppe, die Kartoffeln und die Nudeln waren jetzt gekocht, der Pudding war in Schälchen gefüllt und stand im Kühlraum. Jetzt kam die Stunde der Wahrheit, hoffentlich schmeckte meinen von (unserer Köchin und P. Ansgar) verwöhnten Mitbrüdern und unseren Gästen mein Essen. Eine Zeit des Warten und Bangens begann für mich. Es dauerte nicht lang, da kam einer meiner Mitbrüder und fragte, ob es noch etwas vom Essen zum Nachholen gäbe, es seien nämlich alle Schüsseln leer und die Mönche hätten noch Hunger. Ich entgegnete: „Ja, es gibt noch etwas.“ Kaum waren meine Mitbrüder versorgt, stand schon ein Gast mit leeren Schüsseln in der Küche und fragte, ob es noch etwas zum Essen gäbe. Glücklich und zufrieden und mit zwei vollen Schüsseln ging der Gast Frater Florian weiß: Brötchen sind für unsere schwarzen und weißen Schafe ein Leckerbissen Zwischendurch mussten noch einige Mitarbeiter mit Essen versorgt werden. Mein Gulasch neigte sich auch dem Ende zu. So, dachte ich bei mir „ Alle haben etwas zum Essen bekommen und sind versorgt jetzt kannst du dich in Ruhe hinsetzen und auch etwas essen“. Dies war nur ein kurzer Gedanke, auf einmal schellte es und zwei unerwartete Gäste standen vor der Tür. Sie bekamen den letzten Rest vom Gulasch. Jetzt war alles verbraucht, nur mehr eine handvoll Nudeln und Kartoffeln gab es, dass war mein bescheidenes Mittagessen, aber ich war so erschöpft und müde, das ich gar keinen Appetit mehr hatte. Nach dem Mittagessen bekam ich von den Mitbrüdern und Gästen sogar ein großes Lob, worüber ich mich ganz besonders freute. Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Kirche und Welt Seite 13 Besuch der Schwestern aus Niederwenigern zum gemeinsamen Stundengebet und Mittagessen in Stiepel am 4. Oktober. Eine alte Tradition wurde wieder erneuert! 1. Lichterprozession in Stiepel am 13. Oktober 2006 (Fatimatag). Keiner von uns hatte mit einer so vielen Teilnehmern gerechnet . Ca. 300 Gläubige Gingen mit, so dass unsere Kerzen nicht reichten. Eine ergreifende Feier, die am Freialtar mit dem Segen endete. Auf ihrer Baltikumfahrt besuchte unser Pfarrer Pater Andreas zusammen mit der ganzen Reisegruppe von Stiepel den eben aufgerichteten Neubau eines Karmels in Lettland, der von den Schwestern in Essen—Stoppenberg gegründet wird. Wir werden diese Klosterneugründung mit unterstützen! Seite 14 Oase des Glaubens Stiepeler - Kloster - Nachrichten P. Rupert Fetsch O.Cist. Ein christliches Europa unter dem Sternenkranz Mariens Predigt anlässlich der Wallfahrt des St. Hedwigs-Werkes zur Schmerzhaften Mutter von Stiepel am Sonntag, 27. August 2006 „Ein großes Zeichen erschien am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“ (Offb 12,1) Die Immakulata mit dem Sternenkranz So haben wir es eben in der zweiten Lesung aus dem 12. Kapitel der Offenbarung des Johannes gehört. Dieses Buch, das letzte der insgesamt 27 Bücher des Neuen Testamentes, wird auch Apokalypse, d. h. Enthüllung oder Offenbarung, genannt. Es ent hält seinem vom griechischen apokálypsis kommenden Namen zufolge jene Offenbarungen, die dem Seher Johannes auf der Insel Patmos während der Regierungszeit des römischen Kaisers Domitian (81-96 n. Chr.) von Gott geschenkt wurden. Die Tradition der Kirche sieht im „Bruder Johannes“, wie sich der Seher in Offb 1,9 selbst bezeichnet, den Apostel und Evangelisten Johannes, der das vierte Evangelium und die drei Johannesbriefe verfasst hat. Diese letzte Schrift des neutestamentlichen Kanons versteht sich als Trost- und Hoffnungsbuch für die noch junge, der Verfolgung ausgesetzte Kirche, und will auch uns heute Trost und Hilfe sein für unseren Weg der Nachfolge Christi in einer oft gott- und glaubensfeindlichen Welt. In diesem Sinne soll uns das in der Lesung gehörte Zeichen der apokalyptischen Frau, die die Sonne als Kleid trägt, den Mond unter ihren Füßen hat und deren Haupt ein Kranz von zwölf Sternen ziert, aufrichten und Mut machen für ein überzeugtes und andere überzeugendes Leben aus dem Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen (vgl. 1 Tim 2,5). Die Kirche hat in diesem „großen Zeichen“ von jeher Maria, die Jungfrau und Gottesmutter, gesehen, die ein Kind, einen Sohn, gebiert – wie es in Offb 12 weiter heißt – Jesus Christus, unseren Herrn und Erlöser, „der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird“ (Offb 12,5) und vor dem „alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen“ werden (Phil 2,10). Weil Maria aber typos ecclesiae, d. h. Urbild und Vorbild der Kirche, ist, darf man in diesem apokalyptischen Zeichen zugleich die Kirche selbst erkennen. Zu allen Zeiten hatte und hat sie gegen den großen Drachen zu kämpfen, der als Gegenzeichen zur Frau erscheint und alle gottwidrigen Mächte und Systeme symbolisiert. „Feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen“ (Offb 12,3) bietet der Drache in der Tat einen schauerlichen, Furcht erregenden Anblick, kann aber weder der Frau noch ihrem Kind etwas anhaben, denn beide sind „zu Gott und zu seinem Thron entrückt“ (Offb 12,5) und genießen seinen besonderen Schutz. Das Sternenbanner Europas Wenn ich Sie heute darauf aufmerksam mache, dass wir dem Zeichen der apokalyptischen Frau, diesem Bild Mariens und der Kirche, tagtäglich begegnen, und zwar zunächst im Straßenverkehr, werden Sie mich sicherlich etwas ratlos und verdutzt ansehen. Und doch ist es so. Schauen Sie einmal auf das Kfz-Zeichen, das Nummernschild, unserer Kraftfahrzeuge: Dort befindet sich auf der linken Seite über dem Buchstaben, der das Land angibt – bei uns ist es ein „D“ für die Bundesrepublik Deutschland – ein Kranz von zwölf goldenen Sternen auf blauem Grund. Diese Darstellung möchte an die Europaflagge erinnern, die einen Kranz von zwölf goldenen Sternen auf azurblauem Hintergrund zeigt und seit wenigstens 20 Jahren über unserem (noch) christlich geprägten Kontinent, über Europa, weht. Sie wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt und erst 1986 von der Europäischen Gemeinschaft (EG) und dann von der EU übernommen. Was viele – auch Christen – nicht wissen, ist die Tatsache, dass eine Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Oase des Glaubens Seite 15 christliche Symbolik, nämlich die zwölf Sterne der apokalyptischen Frau aus der Offenbarung des Johannes, dafür Pate gestanden und die Flagge ihren Ursprung in der Zeit des 2. Weltkriegs hat: Paul M. G. Levi, ein Belgier jüdischer Abstammung, legte das Gelübde ab, dass er, wenn er den Krieg lebend überstehe, zum katholischen Glauben konvertiere. Er überlebte und ließ sich taufen. Nachdem am 5. Mai 1949 in London der Europarat gegründet worden war, wurde Paul Levi Leiter der Kulturabteilung dieser Einrichtung. In der 1952 aufkommenden Diskussion bezüglich einer Flagge wurden sämtliche Entwürfe, die als christliches Symbol ein Kreuz enthielten, von den Sozialisten als ideologisch gebunden und zu christlich verworfen. Auch die Türkei lehnte damals das Kreuz ab. Eines Tages sei Levi, so wird berichtet, an einer Marienstatue mit einem Sternenkranz vorbeigekommen. Von der Sonne beschienen, leuchteten die goldenen Sterne vor dem blauen Himmel. Levi habe daraufhin Graf Benvenuti, einen Christdemokraten aus Venedig und damaligen Generalsekretär des Europarates, aufgesucht und ihm vorgeschlagen, zwölf goldene Sterne auf blauem Grund als Vorschlag für eine künftige Fahne einzubringen, was schließlich allgemeine Akzeptanz fand. Man kann über diese Begebenheit im Zusammenhang mit der Entstehung der Europaflagge denken wie man will, eines jedoch steht außer Zweifel: Am 8. Dezember 1955 nahm das Ministerkomitee des Europarates den Vorschlag Levis als europäische Flagge an. Am 8. Dezember aber feiert die Kirche das Hochfest der Immakulata, der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, die in der Ikonographie oft einen Kranz von zwölf Sternen trägt und der teuflischen Schlange den Kopf zertritt (vgl. Gen 3,15); und am 13. Dezember desselben Jahres, einem Fatimatag, wurde die neue Flagge mit den zwölf goldenen Sternen auf himmelblauem Grund zum ersten Mal vor dem Palais de l’Europe in Straßburg gehisst. Wollte Maria auf diese Weise das christliche Abendland erneut unter ihren Schutz nehmen und uns, unseren Kindern und Enkeln den Glauben an Jesus Christus, ihren göttlichen Sohn, erhalten, in dem allein das Heil zu finden ist (vgl. Apg 4,12)? In jedem Fall ist es zulässig, im Kranz der zwölf goldenen Sterne auf blauem Grund, eine christliche bzw. marianische Symbolik zu sehen, denn so interpretiert entspricht die Fahne dem, was die Baumeister des Neuen Europa beabsichtigten: das nach der Katastrophe des 2. Weltkriegs ideell und materiell zerstörte Abendland auf christlichem Fundament wieder neu aufzubauen und ihm eine beständige Werteordnung zurückzugeben, die es durch Gott und den Menschen verachtende Ideologien verloren hatte und die den gepeinigten Menschen Frieden, Freiheit und Einigkeit neu garantieren sollte. Die politischen Väter des Neuen Europa, wie der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer, wie der französische Ministerpräsident Robert Schumann und der italienische Außenminister Alcide de Gasperi, waren zutiefst davon überzeugt, dass nur Christus, der Fürst des Friedens, die durch den 2. Weltkrieg gerissenen Wunden heilen und Versöhnung zwischen den verfeindeten Völkern schaffen kann. Gerade Robert Schumann (1886-1963), der sich als junger Mensch intensiv mit dem Gedanken trug, Priester zu werden, war ein tief gläubiger Mann und beeindruckte mit seiner natürlichen Frömmigkeit auch Nichtglaubende. Bei Exerzitien in Beuron entschied er sich zwar nicht für das Priestertum, aber ehelos zu leben und Gott mit allen Kräften in der Politik zu dienen. Täglich besuchte er die Hl. Messe und betete den Rosenkranz. Besonders in schwierigen Phasen der Poli tik verbrachte er jede freie Minute anbetend vor dem Tabernakel. Sein Seligsprechungsprozess wurde 2003 auf diözesaner Ebene abgeschlossen. Allein der Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Herrn, der am Abend vor seinem Leiden im Abendmahlssaal mit den Worten „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“ (Joh 14,27) den Jüngern seinen Frieden verheißen hat, lässt auch uns den wahren, dauerhaften Frieden finden. Das gilt ebenso für Europa wie für den Nahen Osten und alle Krisen- und Kriegsgebiete der Erde. Während im Herzen Europas die Mauer am 9. November 1989 gefallen ist, deren Bau am 13. August 1961, also vor genau 45 Jahren, begonnen worden war und die fast 30 Jahre Deutschland und den ganzen Kontinent in zwei Hälften, in Ost und West, spaltete, und unser Vaterland Gott sei Dank! - am 3. Oktober 1990 wiedervereinigt werden konnte, wird in diesen Tagen in der Heimat Jesu eine neue Mauer gebaut; sie soll den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern sichern. Kann dieser 8 Meter hohe Betonriese zwischen Bethlehem, wo der Fürst der Friedens geboren wurde, und Jerusalem, der Stadt des Friedens, wo er für uns und alle Menschen litt, starb und auferstand, wirklich zur Versöhnung zwischen Völkern und Religionen beitragen? Wenn überhaupt, wird auf diese Weise nur ein Friede geschaffen, wie die Welt ihn gibt, keinesfalls aber der von allen versehnte messianische Frieden. Als Christen sind wir der Überzeugung, dass nur der Sohn Gottes dieses Reich des Friedens und der Liebe errichten kann, wo man aus Schwertern Pflugscharen und aus Lanzen Winzermesser schmiedet, wo man nicht mehr das Schwert zieht, Volk gegen Volk, und man nicht mehr für den Krieg übt (vgl. Jes 2,4), wie es der Prophet Jesaja in einer Vision schauen durfte. Seite 16 Oase des glaubens Stiepeler - Kloster - Nachrichten Der Glaube an Jesus Christus als diesen Messias ist unser Erbe, das es an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben gilt. Vergraben wir den kostbaren Schatz unseres Glaubens nicht einfach im Acker der Gleichgültigkeit und des Vergessens, sondern schenken wir ihn an die kommenden Generationen weiter. Sie haben es verdient, wie wir, die Freude und den Trost zu erfahren, die aus dem christlichen Glauben erwachsen. „Wer glaubt, ist nie allein“, lautet das Motto des bevorstehenden Pastoralbesuches von Papst Benedikt XVI. in sei- weil Christus sie uns vom Holz des Kreuzes aus zur Mutter gegeben hat: „Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“ (Joh 19,27) Und sie ist unsere Königin, weil Christus sie nach ihrem Tod mit Leib und Seele in seine Herrlichkeit aufgenommen und sie zur Königin des Himmels und der Erde gekrönt hat. In Anlehnung an ein Wort der hl. kleinen Thérèse vom Kinde Jesus, die in ihrer französischen Muttersprache formuliert hat: „Elle (Marie) est plus Mère que Reine“ – „Sie (Maria) P. Rupert als Festprediger und Zelebrant bei der Schlesier-wallfahrt ner bayerischen Heimat im September. Wenn wir glauben, sind wir tatsächlich nie allein, denn der Glaube überwindet alle Grenzen von Raum und Zeit; er verbindet uns mit den Menschen aller Zeiten und Generationen, mit den Menschen, die vor uns an Jesus Christus, den Herrn, geglaubt haben, und die nach uns ihm, dem Lamm ohne Fehl und Makel, folgen werden, wohin es auch geht (vgl. Offb 14,4). Maria, die wir als Mutter und Königin anrufen dürfen, lehrt und hilft uns, an ihren Sohn, den Sohn Gottes, zu glauben. Sie ist uns Mutter, ist mehr Mutter als Königin“, dürfen wir darauf vertrauen: Maria will für uns, ja für alle Menschen, Mutter von der Würde einer Königin und Königin mit dem Herzen einer Mutter sein. Unter der Flagge, die über unserem Kontinent weht und das Symbol der apokalyptischen Frau trägt, empfehlen wir unsere Heimat und ganz Europa dem mütterlichen Schutz Mariens, indem wir wie der hl. Bernhard von Clairvaux zum Stern, zu Maria, aufblicken und mit ihm sprechen: Mariengebet Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, es ist noch nie gehört worden, dass jemand, der zu Dir seine Zuflucht nahm, Deinen Beistand anrief und um Deine Fürbitte flehte, von Dir verlassen worden ist. Von diesem Vertrauen beseelt, nehmen wir unsere Zuflucht zu Dir, o Jungfrau der Jungfrauen, unsere Mutter zu Dir kommen wir, vor Dir stehen wir als sündige Menschen. O Mutter des ewigen Wortes, verschmähe nicht unsere Worte, sondern höre sie gnädig an und erhöre uns. Amen. Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Klosterpfarrei Seite 17 „Laß blind mich, Herr, die Wege gehn, die Deine sind. Will Deine Führung nicht verstehn, bin ja Dein Kind ! Bist, Vater der Weisheit, auch Vater mir. Führest durch Nacht, Du auch, führest doch zu Dir !“ Hl. Edith Stein Hausmesse bei Frau Dr. Ute Weyand im Juni 2006. Treue Helferinnen begleiteten sie in den schweren Monaten (Amyotrophe Lateralsklerose) - neben frau Dr. Weyand, Rita Noack, Ilse Ulrich, Anna Heim (Mutter von P. Maximilan) und Sigrun Büscher Von Gott abberufen Geboren am Fest des Hl. Augustinus, “Wer bist du, süßes Licht, am 28. August 1939, und gestorben das mich erfüllt und meines am Fest der Hl. Theresia von Avila, dem 15. Oktober 2006, einem Sonn-Herzens Dunkelheit erleuchtet? tag, dem Tag der Auferstehung: Zwi-Du leitest mich schen diesen beiden Daten erstreckt gleich einer Mutter Hand, sich ein Leben, das wir im Rückblick und ließest du mich los, nicht erfassen können, aber für das wir alle zutiefst dankbar sind. Frau so wüßte keinen Schritt Dr. Ute Weyand, Ärztin der Justiz-ich zu gehen. vollzugsanstalt Bochum, die unsere Du bist der Raum, Klosterneugründung in Stiepel von der rund mein Sein umschließt Anfang an mitgetragen hat, die langjährige Pfarrgemeinderatsvorsitzende und in sich birgt. und Mitglied des Kirchenchores von Aus dir entlassen entsänk’es St. Marien, eine Frau, die im tiefen in den Abgrund des Nichts, Glauben ihre schwere Krankheit getragen hat. Danke für alles! aus dem du es zum Licht erhobst. Worte, die ihr in den letzten Lebensmonate Kraft gegeben haben, können Du, näher mir als ich mir selbst auch uns Zuversicht geben: und innerlicher als mein Innerstes und doch untastbar und unfaßbar „Da quod iubes et iube quod vis“ und jeden Namen sprengend: „Verleihe, was Du befielst Heiliger Geist - ewige Liebe!” und befehle, was Du willst.“ Hl. Augustinus Hl. Edith Stein Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Joh 14,1-3 Seite 18 Klosterpfarrei Stiepeler - Kloster - Nachrichten FIRMUNG 2007 – Zeit zu glauben … Unter diesem Motto steht die Vorbereitung auf die Firmung im Jahr 2007, mit der wir am 15. Oktober in unserer Pfarrgemeinde begonnen haben. 30 Firmbewerber bereiten sich auf den Empfang des Firmsakramentes vor, das ihnen der Hw. H. Weihbischof Franz Vorrath am 10. März des kommenden re Menschen, die hier in der Pfarrgemeinde St. Marien tätig sind, kennen lernen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Ich bitte Sie darum, unsere Firmvorbereitung mit Ihrem Gebet zu unterstützen, damit das Feuer im Herzen der Jugendlichen wieder neu entfacht wird und brennt. Die Vorstellung der Firmlinge ist am Sonntag, dem 29. Oktober in der Bandmesse um 11.30 Uhr. Jahres in der Pfarrkirche St. Franziskus in Bochum- Weitmar (zusammen mit den Firmlingen aus den drei Nachbarpfarreien des Bochumer Südens St. Franziskus, Vierzehnheiligen und Hl. Familie) spenden wird. 5 Katecheten bereiten mit Beim ersten Firmlingstreffen im Oktober geladen sind. Dieser Jugendtag, der unter dem Motto steht „Kirche: was ist das?“ beginnt mit der hl. Messe um 11.30 Uhr, die von der Jugendband Journay to Jah mitgestaltet wird. Anschließend werden wir den Tag miteinander verbringen und in Groß- und Kleingruppen über dieses Thema sprechen und diskutieren. Das Ende dieses ersten Jugendtages wird gegen 16.00 Uhr sein. ERSTKOMMUNION Schon im September haben wir mit der Vorbereitung der Kinder des dritten Schuljahres auf die Erstkommunion 2007 begonnen. Wir haben die große Freude, dass es in diesem Jahr 41 Kinder sind, die wir auf den Empfang des Sakramentes vorbereiten. Diese Vorbereitung gliedert sich in zwei Teile. Zunächst werden die Kinder auf den Empfang des Sakramentes der Versöhnung vorbereitet. Im zweiten Teil der Vorbereitung behandeln wir dann die Eucharistiefeier als engere Hinführung auf den Tag der ersten heiligen Kommunion am Weißen Sonntag. Auch für diese Kinder bitten wir Sie um Ihr Gebet Pater Gereon Gschwandtner, Kpl. mir zusammen diese Jugendlichen (11 Mädchen und 19 Jungen) auf dieses Ereignis vor. In den wöchentlich stattfindenden Unterrichtseinheiten sprechen wir über den Glauben, über die Kirche, die Sakramente etc… Wir werden uns die Frage stellen: Wie kann ich, wie können wir als Christen, heute im 21. Jahrhundert leben? All das sind Ansätze, die uns Anregung sein sollen, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Weitere Schwerpunkte innerhalb der Firmvorbereitung sind der Jugendtag am 29. Oktober zum Thema: „Kirche, was ist das?“ (siehe Plakat) und ein gemeinsames Wochenende. Auch der Besuch der Sonntagsmesse gehört natürlich zur Firmvorbereitung dazu. Auch sollen die Firmbewerber sich bei pfarrlichen Aktivitäten mit einbringen wie z.B. beim Kaffee Pinguin, bei der Sternsingeraktion und bei einem Seniorennachmittag und sollen so ande- KIRCHE – Was ist das? Jugendtag in der Pfarrgemeinde Am 29. Oktober findet ein Jugendtag in der Pfarrgemeinde St. Marien statt, zu dem besonders die Firmlinge ein Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Pressespiegel Seite 19 Seite 20 Pressespiegel Stiepeler - Kloster - Nachrichten Ruhr Nachrichten Freitag, 04. Oktober 2006 Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Pressespiegel Seite 21 Ruhr Nachrichten Freitag, 29. September 2006 Seite 22 Mosaik Stiepeler - Kloster - Nachrichten Weggemeinschaft St. Benedikt ist ein offener Kreis von Christen, die gemeinsam Gott suchen möchten. In monatlichen Treffen im Zisterzienserkloster Stiepel besteht die Möglichkeit, die zisterziensische Spiritualität kennen zu lernen und sie für den Alltag fruchtbar zu machen. Hier tauschen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft und aller Altersstufen aus. Für Kinder und Jugendliche gibt es ein eigenes Programm. Herzliche Einladung an alle Interessierten, besonders auch an Familien mit Kindern. Unterstützt wird die Gruppe durch die Mönche der Zisterzienserklöster Stiepel und Langwaden. Thema für das Jahr 2007: „Lectio divina – Leben mit der Heiligen Schrift“ Papst Benedikt XVI glaubt fest daran, dass die Wiederentdeckung der „Lectio divina“, die alte Praxis der „göttlichen Lesung“ in der Kirche einen „neuen geistigen Frühling“ herbeiführen kann: „Die regelmäßige Lektüre der Heiligen Schrift, die vom Gebet begleitet wird, ermöglicht dieses vertrauliche Zwiegespräch, bei dem man Gott zuhört, der durch die Schrift zu einem spricht, und bei dem man ihm mit vertrauensvoller Offenheit des Herzens durch das Gebet antwortet... Wenn man diese Übung wirksam verbreitet, bin ich sicher, dass sie in der Kirche einen neuen geistigen Frühling herbeiführen wird.“ (Papst Benedikt XVI. 2005) Termine (Einkehrtage u. Wochenenden) für das Jahr 2007: 27. Januar, 24. Februar, 24. März, 21. April, 12. Mai, 7.-11. Juni, 18. August, 15. September, 20. Oktober, 10. November, 7.-9. Dez. Die Tagestreffen finden jeweils von 10 bis 17.30 Uhr im Abt-Gerhard-Haus statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Informationen und Anmeldungen bei: Dr. Gabriele Franziska Heitfeld-Panther, Zisterzienseroblatin (Langwaden), Telefon: 0234-770595. Weihnachts-Ausstellung vom 29.10. bis 12.11.2006 Öffnungszeiten in der Pilgerhalle: sonn-u. feiertags: 11-18 h dienstags - freitags: 14-18 h u. samstags: 10-12 h tiepeler Klosterladen Das Kommen lohnt sich immer ! ZDF - Über- tragung life aus Heiligen- kreuz Die Gottesdienstübertragung am 15. Oktober 2006 (9.30 Uhr) im ZDF wurde aus unserer Mutterabtei Heiligenkreuz life gesendet. Unser Herr Abt Gregor und der Konvent gestalteten einen wunderschönen Gottesdienst mit gregorianischem Choral. Die musikalische Leitung hatte Kantor Pater Simeon Wester. Pater Karl berichtete, dass nur positive Reaktionen kamen. Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 Mosaik Seite 23 Herausgeber der KN Zisterzienserkloster Stiepel e.V. Am Varenholt 9 D-44797 Bochum Für den Inhalt verantwortlich: P. Dr. Maximilian Heim O.Cist., Prior Fotos: P. Jakobus Kempkes O.Cist., Subprior Satz: Debbie Haemmerich Druck: Gemeindeverband der Kirchengemeinden der Stadt Bochum, Druckerei Restaurant - Café KLOSTERHOF Auf Ihren Besuch freut sich Familie Roza Durchgehend warme Küche Wir richten auch Ihre Feierlichkeiten aus Gesellschaften von 2-100 Personen Täglich frischer Kuchen! www.kloster-stiepel.de Kloster.Stiepel@bistum-essen.de Telefon 02 34 / 77 70 50 Regelmäßige Gottesdienste in Stiepel Heilige Messen: Sonntags: 18.30 Vorabendmesse 8.30 lateinisches Konventamt 10.00 Gemeindemesse 11.30 Gemeindemesse 18.30 Abendmesse Konventmessen an Werktagen von Montag bis Samstag um 7.15 Uhr (außer Mittwochs) Gemeindemessen an Werktagen Dienstag bis Samstag: 18.30 Uhr Tägliches Offizium: 6.00 Vigilien, Betrachtung, Laudes 7.00 Engel des Herrn, Terz 7.15 Konventmesse (werktags, außer Mittwoch) 12.00 Engel des Herrn, Sext und Non, Kapitel 18.00 Vesper 18.30 Gemeindemesse 20.00 Komplet Täglicher Rosenkranz montags um 19.15 Uhr (mit Beichtgelegenheit) an den anderen Tagen nach der Komplet KLOSTERHOF Stiepeler-Kloster-Nachrichten Diese Ausgabe (Nr. 11/12 - 2006) erscheint im November/Dezember 2006 (Aufl. 2500 Exemplare). Spendenkonto für die Kloster-nachrichten: Bank im Bistum Essen eG Kto.Nr.: 477 100 30 BLZ: 360 602 95 Herzlichen Dank für Ihre Spende! Seite 24 November - Termin-Tafel Stiepeler - Kloster - Nachrichten Allerheiligen Hl. Messen wie sonntags 16 Uhr Gräbersegnung auf dem Friedhof an der Nettelbeckstraße Allerseelen 7.15 Uhr Lateinisches Requiem anschließend Gräbersegnung auf unserem kleinen Kloster-Friedhof 18.30 Uhr Feierliches Requiem Monatswallfahrt am 11. Dezember 2006 mit Pater Michael Weiss O.Cist. Kaplan des Neuklosters / Wiener Neustadt Heilige Stunde Eucharistische Anbetung mit der Bitte an den Herrn um geistliche Berufe „Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte Auszusenden.“ Lk 10,2 Mittwoch, 01.11.06 16 Uhr Gräbersegnung Friedhof an der Nettelbeckstr. Donnerstag, 02.11.06 7.15 Uhr Lateinisches Requiem Anschließend Gräbersegnung 18.30 Uhr Feierliches Requiem Samstag, 11.11.2006 17—18 Uhr Beichtgelegenheit 18 Uhr Deutsche Vesper 18.30 Uhr Monatswallfahrt Anschließend Zusammensein im Pfarrheim Freitag, 30.11.2006 18.30 Uhr Heilige Messe 19.15 Uhr Stille Anbetung 19.45 Uhr deutsche Komplet MUSICAL BENEDICTUS EINE SPIRITUELLE SUCHE NACH WAHRHEIT UND LIEBE IN EINEM MUSICAL VON UND MIT JOURNEY TO JAH BEIDE AUFFÜHRUNGEN AM 4. UND 5. NOVEMBER SIND AUSVERKAUFT ! Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 149-150 November - Termin-Tafel Seite 25 ! MONTAG ! 13.11.06, um 20 h AUDITORIUM-KLOSTER-STIEPEL REGRESSION – DEPRESSION – HOFFNUNG Kritische und „positive“ Anmerkungen eines Psychosomatikers zur psychosozialen und religiösen Situation in Deutschland P. Doz. em. Dr. med., Lic. phil. et theol. Ulrich J. Niemann SJ Dozent für Psychosomatische Anthropologie, Pastoralmedizin, St. Georgen, Frankfurt siert werden? Wie kann der Verzweifelte in soziale Netze eingebunden werden? Wie werden die positiven Kräfte der Depressiven mobilisiert? Noch viele Fragen werden die Zuhörer haben. Sie werden kompetent aus dem reichen Erfahrungsschatz beantwortet werden. Dienstag, 28.11.06, um 20 h AUDITORIUM-KLOSTER-STIEPEL ABSCHLUSSVERANSTALTUNG MIT MUSIKALISCHER UMRAHMUNG DAS ENDE DER ZEIT Vom christlichen Umgang mit der Apokalypse P. Prof. Dr. Medard Kehl SJ Prof. für Dogmatik und Fundamentaltheologie Hochschule St. Georgen, Frankfurt wehren! Denn wir dürfen die biblische Apokalypse nicht den Sektierern und ihrer Phantasie überlassen. Es gilt vielmehr, ihren genuinen christlichen Sinn zu verstehen und sie so auch für die Christen in den Großkirchen zu „retten“. Dieser Vortragsabend wendet sich einem besonderen Krankheitsbild unserer Zeit zu. Viele Menschen sind belastet, körperliche Überanstrengungen bewirken Zustände der Erschöpfung, Reizbarkeit, Schlafstörungen. Arbeitslosigkeit, Ehescheidung verderben Perspektiven der Zukunft. Nicht selten führen diese Belastungen zur Ver- Wenn es um die „letzten Dinge“ geht, interessieren sich die meisten Christen hierzulande primär für Stichworte, in denen es um das persönliche Weiterleben nach dem Tod geht („Unsterblichkeit der Seele“, „Wiedergeburt oder Auferstehung des Leibes“, „Himmel, Fegefeuer und Hölle“). Dagegen ist die spezifisch apokalyptische Vorstellungswelt der Bibel mit ihren oft so schreckenerregenden Bildern vom Untergang zweiflung, zur Depression, zum Selbstmord. Was wissen wir über Depressionen? Wie begegnen wir durch Depression gefährdeten Menschen? Welche Rolle spielt der Glaube? Welche therapeutischen, seelsorglichen Hilfen gibt es? Gibt es Wege der Hoffnung? Welche Medikamente gibt es, wie sollten sie do dieser Welt und dem Aufgang einer neuen Welt („himmlisches Jerusalem“, „neuer Himmel und neue Erde“) uns fremd geworden. Sie spielt primär in frommen kirchlichen Randgruppen oder außerkirchlichen Sekten eine Rolle als Angst- oder Drohbotschaft, was die „normalen“ Christen meist eher abstößt. Diesem verhängnisvollen Auseinanderdriften christlicher Hoffnungsbilder ist entschieden zu Seite 26 Dezember - Termin-Tafel Stiepeler - Kloster - Nachrichten DIE GEISTLICHEN ABENDE IM ADVENT 2006 Jahresthema: „Maria im Geheimnis der Menschwerdung“ I. Geistlicher Abend „Du wirst empfangen und einen Sohn gebären“ Jungfrauengeburt als Zeichen P. Prior Dr. Maximilian Heim O.Cist. 211. Monatswallfahrt am 11. Dezember 2006 mit Weihbischof Franz Grave Bistum Essen II. Geistlicher Abend „Christus von Neuem empfangen und in die Welt tragen“. „Wär’ Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir ...“ P. Rupert Fetsch O. Cist Wallfahrtsrektor Montag. 4.12.06 19.15 Rosenkranzgebet 19.45 Komplet der Mönche 20.00 Vortrag im Pfarrheim (Wegen des Umbaus ohne anschließende Hl. Messe!) Montag, 11.12.2006 17—18 Uhr Beichtgelegenheit 18 Uhr Deutsche Vesper 18.30 Uhr Monatswallfahrt Anschließend Zusammensein im Pfarrheim Montag. 18.12.06 19.15 Rosenkranzgebet 19.45 Komplet der Mönche 20.00 Vortrag im Pfarrheim (Wegen des Umbaus ohne anschließende Hl. Messe!) Wo Ihr €uro noch doppelten Wert hat! Unglaublich - so werden Sie vielleicht denken. Nein, es stimmt: Die Bank im Bistum Essen macht es noch möglich: Sie verdoppelt 2006 jeden Jahresbeitrag der neuen Mitglieder, die in den Verein der Freunde und Förderer des Klosters (noch) eintreten. Eine ganze Reihe neuer Mitglieder haben dieses Angebot genutzt. Und wir freuen uns sehr über jedes neue Mitglied unseres Fördervereins. Mit nur 4 Cent pro Tag sind Sie dabei (Mindestbeitrag von nur 15 €) -vielleicht als Weihnachtsgeschenk ?