Für eine entweltlichte Kirche

Sehr beeindruckend die programmatische Rede des Papst beim Vorkonklave: Wenige Tage vor seiner Wahl zum Papst hat Kardinal Jorge Mario Bergoglio vor dem Kardinalskollegium in Rom zu einer radikalen Neuorientierung der Kirche aufgerufen: "Der Text beginnt mit der These, dass die Verkündigung des Evangeliums der eigentliche Daseinszweck der Kirche sei. Daher sei sie aufgerufen, aus sich selbst herauszugehen und sich an die Grenzen der menschlichen Existenz vorzuwagen. Hart urteilt Bergoglio in seiner Rede über Formen der klerikalen Eitelkeit und über die Beschäftigung der Kirche mit sich selbst. Er erklärte, wenn die Kirche nicht zu den Menschen hinausgehe, um ihnen das Evangelium zu verkünden, verfalle sie in eine Nabelbeschau, einem 'theologischen Narzissmus'. Sie täusche dann nur noch vor, dass Jesus Christus in ihr sei. In Wahrheit aber entferne sie sich von ihm. Vielmehr müsse die Kirche aus ihren geschützten Räumen hinausgehen. Sie müsse 'an die Peripherie' gehen, um dort durch Taten und Worte zu evangelisieren, so der Papst. Letztlich gebe es nur zwei Kirchenbilder, betonte Bergoglio am Ende seiner Rede: die Kirche, die Gottes Wort hört und es treu verkündet, und eine 'verweltlichte Kirche, die in sich, von sich und für sich lebt'." Quelle: kath.net

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